31. Spieltag – Ein Tag der Vorentscheidungen?
Am 31. Spieltag der aktuellen Saison könnten die ersten Vorentscheidungen fallen. So kommt es unter anderem zu einem absoluten Endspiel für die eigentlich schon sicher abgestiegen geglaubte Hertha. Doch fangen wir am besten ganz oben an.
FC Bayern München – Hannover 96
Lediglich zwei Pünktchen trennen den aktuellen Spitzenreiter von der Isar vom Zweitplatzierten aus Gelsenkirchen. Am letzten Spieltag ließ man die große Chance verstreichen eine kleine Vorentscheidung im Meisterkampf zu erreichen und kam nicht über ein 1:1 bei Bayer Leverkusen hinaus. Zudem wirkte die Mannschaft müde und uninspiriert. Trotz „Robbery“ konnten sich die Bayern keine wirklichen Chancen erspielen und kamen nur durch einen berechtigen Elfmeter in Führung. Trotz der relativ schwachen Leistung bei der Werkself geht der FC Bayern natürlich als absoluter Favorit in die Begegnung gegen die 96er. Die Jungs von der Leine konnten im Gegensatz zu den Bayern den „Big Point“ am letzten Wochenende landen. Unglücklich werden darüber aber auch die Münchener nicht gewesen sein, denn die 3 Punkte holte sich Hannover vom ärgsten Verfolger der Roten – von S04. Mit 4:2 konnte man die Knappen besiegen und schaffte so den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze. Trotz alledem wird es für Hannover in München nicht zu einer Wiederholung der Sensation von 2006/07 reichen.
Arena-Tipp: FC Bayern München 3:0 Hannover 96
FC Schalke 04 – Borussia Mönchengladbach
Die Knappen empfangen nur 7 Tage nach der bitteren 2-4 Niederlage bei Hannover 96 Borussia Mönchengladbach. Während die Schalker verloren, konnten die Fohlen die wohl sichere Rettung im Abstiegskampf feiern. Mit 2:0 fertigte man eine desolate Frankfurter Eintracht ab, welche mit dem Ergebnis noch sehr gut bedient war. Während die Gladbacher also gerettet und ohne Druck aufspielen können, geht es für die Schalker nach 2 Pleiten am Stück um alles. Man muss nicht nur siegen um an den Bayern dran zu bleiben. Auch von hinten droht noch große Gefahr, denn mit Leverkusen, Dortmund und Bremen befinden sich gleich drei Vereine in Lauerstellung, um die Knappen noch abzufangen. Felix Magath hat seinem Unmut über die zuletzt schwächelnden Auftritte bereits öffentlich Luft gemacht und betont, dass dem jungen Team die echten Kerle wie Mark van Bommel fehlen. Ob der eine oder andere Schalker nach dieser Aussage etwas mehr Einsatz zeigt und mal etwas kräftiger hinlangt, bleibt fraglich. Für einen „schmutzigen“ Sieg wird es trotzdem reichen – wenn auch nur sehr knapp.
Arena-Tipp: FC Schalke 04 2-1 Borussia Mönchengladbach
VfB Stuttgart – Bayer 04 Leverkusen
Europa-League-Hoffnung gegen Champions-League-Ambitionen. Für beide Mannschaften ist es ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Siege sind absolute Pflicht, da es einfach zu unwahrscheinlich ist, dass alle anderen Mitstreiter um die internationalen Plätze patzen. Die Schwaben quälten sich am letzten Spieltag zu einem, mehr oder weniger, glücklichen Auswärtssieg bei der Berliner Hertha, während die Werkself auf beeindruckende Weise gegen den Rekordmeister die eigene Niederlagenserie beendete. Zwar reichte es nur zu einem 1:1, doch es war deutlich mehr drin. Vor allem Toni Kroos deutete gegen seinen ehemaligen und zukünftigen Arbeitgeber an, was er so drauf hat und hatte kurz vor Schluss sogar noch das 2:1 für Leverkusen auf dem Fuß. Da man es allerdings nicht schaffte, die Bayern zu bezwingen, dürfte es „nur noch“ darum gehen, die Qualifikation für die Champions League zu sichern. Der VfB hingegen steckt in einem Vierkampf mit dem VfL Wolfsburg, Eintracht Frankfurt und dem Hamburger SV um den 6. Tabellenplatz, welcher dieses Jahr die Teilnahme an der Europa League sichert. Im Moment trennt die Schwaben noch ein einziger Punkt von diesem Platz, doch der VfB spielt eine glänzende Rückrunde und steht zu recht auf dem Platz an der Sonne, wenn man die Rückrundentabelle betrachtet. Zwei Teams im Aufwind und beide sind zum siegen verdammt. Da keiner von beiden verlieren darf und will, wird es auf ein Unentschieden hinauslaufen.
Arena-Tipp: VfB Stuttgart 2:2 Bayer 04 Leverkusen
VfL Wolfsburg – SV Werder Bremen
Ein weiteres Spiel um die internationalen Plätze findet in der VW-Stadt statt. Die erst kürzlich im Europa-League-Viertelfinale gescheiterten Wölfe empfangen Werder Bremen mit einem wiedererstarktem Mesut Özil. Verlängert er nun oder tut er es nicht? Nachdem Deutschlands bekanntestes Boulevard-Blatt bereits Vollzug meldete, dementierte Klaus Allofs prompt. Keine Einigung also im Özil-Poker. Dafür aber eine Leistungsexplosion des jungen Deutsch-Türken. Lange Zeit wirkte er müde und ausgelaugt, doch gegen den SC Freiburg zeigte er endlich wieder die Leistung, welche ihn auch in die Notizbücher vieler europäischer Topclubs brachte und führte Werder zu einem ungefährdeten 4:0-Sieg über den SCF. Die Wölfe konnten ebenfalls einen Sieg verbuchen. Allerdings war dieser bei weitem nicht so klar. In Nürnberg sah es lange Zeit nach einer Niederlage aus. Etwas glücklich und mit Hilfe des Schiedsrichters gelang es den Wölfen aber solange den Kasten sauber zu halten, bis Edin Dzeko wieder einmal seine Klasse beweisen konnte und die Wölfe durch eine schöne Einzelaktion in Führung brachte. Inspiriert durch seinen Sturmpartner köpfte Grafite nur kurze Zeit später den 0:2-Endstand. Werder ist seit Wochen in Topform, wohingegen die Wölfe in den letzten drei Spielen etwas neben der Spur waren. Auch diesmal wird es wieder ein typisches „Werder-Spiel“ mit vielen Toren geben.
Arena-Tipp: VfL Wolfsburg 2:4 Werder Bremen
Hamburger SV – FSV Mainz 05
„Der Star ist die Mannschaft“, so lautet in meisten fällen das Motto eines Teams, doch nicht beim HSV. Ein Mann zieht alle Blicke auf sich und konnte trotz seines fortgeschrittenen Alters schon das eine oder andere Spiel für den HSV entscheiden. So auch am letzten Wochenende in Bochum, als van the Man maßgeblich am späten Siegtreffer für die Hanseaten beteiligt war. Zwar konnte der HSV wieder einmal nicht sein starkes „Europa-League-Gesicht“ zeigen, doch zum 0:0 gegen Hannover war eine klare Steigerung zu sehen. Mainz 05 gehört zu den Mannschaften im Niemandsland der Bundesliga. Nach oben hin geht nichts mehr und die Abstiegsränge sind auch weit entfernt. Dass man die Saison trotzdem nicht einfach nur ausklingen lassen und für einen fairen Wettbewerb sorgen will, zeigte man Zuhause gegen Borussia Dortmund. Mit 1:0 konnte man Jürgen Klopp die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte ordentlich vermiesen und auch dem BVB einen herben Dämpfer im Kampf um die Champions-League-Plätze verpassen, in welchem sich die Borussia unweigerlich befindet, ob sie es will oder nicht. Trotzdem wird der FSV in der Hansestadt nicht Punkten können. Der HSV wird kein zweites Spiel wie gegen Hannover zulassen, denn sonst würde das Theater um Bruno Labbadia erneut hohe Wellen schlagen. Eben jenes Theater kann man in Hamburg ganz schlecht gebrauchen, wo man doch gerade erst ins Halbfinale der Europa League eingezogen ist und kurz vor dem Finale im eigenen Wohnzimmer steht.
Arena-Tipp: Hamburger SV 3:1 FSV Mainz 05
Borussia Dortmund – TSG Hoffenheim
Die Ausgangslage ist fast identisch wie beim Spiel des HSV gegen Mainz. Der eine will in den internationalen Wettbewerb und der andere dümpelt im Mittelfeld der Liga herum, ohne Chancen nach oben oder unten. Nachdem der BVB gar nicht mehr verlieren können zu schien, musste man beim FSV Mainz 05 die 3 Punkte abgeben. Nichts war zu sehen vom attraktiven Spiel der Dortmunder. Ein Rückfall in schlechte Zeiten. Attraktives spielen trifft auch auf die Jungs von Ralf Rangnick zu. Allerdings weitaus erfolgsloser, als es die Mannschaft aus dem Ruhrpott tut. Das Problem der TSG ist der Torabschluss. Man erspielt sich zwar reihenweise gute Chancen, doch am Ende versiebt man diese kläglich. Im letzten Spiel gegen Köln konnte man aber nicht mal mehr die sonst so guten Torchancen erspielen und verlor mit 0:2. Hinzu kommen viele kleine Wehwehchen, welche den Abwärtstrend der TSG weiter vorantreiben. Die Wechselabsichten von Hildebrand, Eduardo und Co. dürften dort nur die Spitze des Eisbergs sein. In Hoffenheim ist eine Runderneuerung fällig. Spieler wie auch Trainer müssen wieder eine Einheit werden und sich aufs Wesentliche konzentrieren. Dies wird allerdings erst in der Sommerpause klappen und daher bleiben die drei Punkte im Ruhrpott.
Arena-Tipp: Borussia Dortmund 3:1 TSG Hoffenheim
1. FC Köln – VfL Bochum
„Kölle Alaaf“ dürften sich einige Kölner am letzten Spieltag gedacht haben. Der FC kann doch noch gewinnen und das genau zum richtigen Zeitpunkt, denn durch den Sieg bei der TSG Hoffenheim kann man sich fast sicher sein, die Klasse erhalten zu haben. Trotzdem herrscht beim FC alles andere als Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung. Man hat sich vor der Saison wesentlich mehr versprochen und wurde nicht nur beim letzten Heimspiel gegen die Hertha (0:3) bitter enttäuscht. Allen voran steht Zvonimir Soldo unter heftigster Kritik. Eine schlechte Mannschaftsführung und keine Konzept zu haben sind wohl noch die harmlosesten Vorwürfe, welche sich der Ex-Schwabe gefallen lassen muss. In der Tat wirkten die letzten Auftritte des FCs alles andere als motiviert und durchdacht. Bochum musste am letzten Spieltag hingegen eine bittere Pille schlucken. Man verlor daheim gegen den HSV mit 1:2 und das buchstäblich in letzter Sekunde. Zwar konnte man seit Wochen mal wieder zeigen, dass die Mannschaft auch Fußball spielen kann, doch all das nützt nichts, wenn man vorne die Tore nicht macht und so verlor man trotz sehr deutlichem Chancenplus am Ende unverdient gegen die Hansestädte. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze beträgt dadurch nur noch ein einziges mickriges Pünktchen und man ist zum Siegen verdammt. Zwei kriselnde Vereine aus dem unteren Drittel der Liga treffen also aufeinander und beide müssen und wollen gewinnen. Auch wenn die Kölner anscheinend gerettet sind, kann man sich in der Geißbock-Stadt keine weitere Niederlage erlauben, da es sonst wohl nicht nur dem Trainer an den Kragen geht. Es wird das zu erwartende Kampfspiel werden, in dem sich am Ende der glücklichere Sieger durchsetzen wird.
Arena-Tipp: 1. FC Köln 2:1 VfL Bochum
SC Freiburg – 1. FC Nürnberg
Abstiegskampf pur im Breisgau. Der Tabellen-17. empfängt den 14. Beide Mannschaften trennen lediglich drei Punkte. Trotz der bitteren 4:0-Klatsche an der Weser hat Freiburg es also noch selbst in der Hand, mit dem FCN gleichzuziehen. Auch die Nürnberger müssen eine Niederlage verdauen, wenngleich diese auch weitaus knapper und ungerechter war, als die des Sport-Clubs. Nürnberg hat die Chance sich abzusetzen und den berühmt berüchtigten „Big Point“ zu landen in einem „6-Punkte-Spiel“, wohingegen die Freiburger alles daran setzen werden, mit eben jenem FCN wieder punktgleich zuziehen. Ein Spiel auf Augenhöhe, welches keinen eindeutigen Favoriten hat. Freiburg wird die, wohl ohnehin eingeplante, Niederlage in Bremen gut verdaut haben und an die starke Leistung im Heimspiel gegen Bochum anknüpfen.
Arena-Tipp: SC Freiburg 2:1 1. FC Nürnberg
Eintracht Frankfurt – Hertha BSC Berlin
Vom Meisterschaftsanwärter zum Abstiegskandidaten. Zwar ist diese Entwicklung eines Vereins nicht absolut neu, doch oft bekommt man sie nicht zu sehen. Nach sieben Punkten aus den letzten drei Spielen musste die Hertha am letzten Spieltag gegen den VfB Stuttgart eine 0:1-Heimniederlage hinnehmen. Zwar war man wieder einmal leicht überlegen, doch das Tor schossen am Ende, wie so oft, die anderen. Die Hertha scheint wieder einmal tot zu sein, doch mit einem Sieg in der Main-Metropole darf man weiterhin hoffen, auch wenn das Restprogramm (Leverkusen, Schalke und Bayern) dies eigentlich verbietet. Frankfurt verlor sein letztes Auswärtsspiel in Mönchengladbach mit 0:2 und war mit diesem Ergebnis noch sehr gut bedient. Nichts war zu sehen von der so stark aufspielenden Eintracht aus den letzten Wochen. Wenn man die kleine, aber immer noch vorhandene Chance auf einen Europa-League-Platz wahren will, ist eine deutliche Leistungssteigerung nötig in den verbleibenden vier Spielen. Die Hertha wird mit dem „Alles oder nichts“-Gedanken in dieses Spiel gehen und alles auf Sieg setzen müssen, um die letzte minimale Chance auf den Klassenverbleib zu nutzen. Ob Friedhelm Funkel dies auch so sieht, ist aber fraglich. Vermutlich wird die Hertha mit der üblichen abwartenden Rolle ins Spiel gehen und sich anschauen, was die Frankfurter zu bieten haben. Ob dies der richtige Weg ist, bleibt abzuwarten. Zur Not findet man aber sicher noch eine entfernte Verwandte des 4. Schiedsrichters in Freiburg, welche am Ende an einer möglichen Niederlage schuld wäre. Die Hertha wird zwar nicht in Frankfurt verlieren, doch zu einem Sieg wird es ebenso nicht reichen.
Arena-Tipp: Eintracht Frankfurt 1:1 Hertha BSC Berlin
Autor: Hyper99
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