PDC-Weltmeisterschaft
Anfang des Jahres war es wieder soweit, die Elite der Darter traf sich zum jährlichen Showdown um den Weltmeistertitel der PDC. Doch alle stellten sich nur eine Frage: Kann Phil Taylor zum dreizehnten Mal seit der Einführung der PDC im Jahre 1992 den Titel für sich in Anspruch nehmen, oder kann ihn endlich jemand stoppen?
Aber zuerst einmal grob zu den Grundlagen des in Deutschland eher unpopulären Sports. Es treten zwei Teilnehmer gegeneinander an und versuchen mit möglichst wenigen Aufnahmen 501 Punkte auszuwerfen. Der letzte Dart muss in einem Doppelfeld landen, um das Leg zu beenden.
Wenn ihr Genaueres über die Grundlagen dieses Sportes erfahren wollt, könnt ihr dies in der zehnten Ausgabe der FM-Arena Aktuell nachlesen.
Aber zurück zur PDC-Weltmeisterschaft, die, wie bereits erwähnt, im Dezember bzw. Januar stattgefunden hat. Die Professional Darts Championship (PDC) ist einer der beiden Welt-Dartverbände, wobei die PDC als prestigeträchtiger gilt. Seit 1994 führt der Verband jedes Jahr Weltmeisterschaften durch, um den Besten der Besten zu küren. Außerdem gibt es eine Weltrangliste, die seit 2007 auch „Order of Merit“ genannt wird. Die Ranglistenposition wird anhand des gewonnenen Preisgeldes ermittelt. Dass England das Nonplusultra im Dartsport ist, erkennt man an dieser Rangliste sofort, da neun Spieler der Top 10 von der Insel kommen.
Ein Name schwebt über allem, es ist der Name des fünfzehnmaligen Weltmeisters (13x PDC; 2x WBO) Phil „The Power“ Taylor. Auch dieses Jahr war er der absolute Favorit unter den 64 Teilnehmern, wovon auch drei aus Deutschland kamen, jedoch hatten diese keine ernsthafte Chance auf den Titel.
Im Halbfinale wurde es erst richtig spannend. Der Weltranglistenzweite Raymond van Barneveld traf auf den ungesetzten Australier Simon Whitlock. Es war ein echter Thriller, in dem Whitlock einen 2-4 Rückstand noch zu einem 6-5 Sieg drehen konnte. Im anderen Finale setzte sich Taylor mehr als souverän gegen den 26-jährigen Mark Webster durch. Er kontrollierte seinen Landsmann nach Belieben und spielte selbst einen sehr guten Durchschnitt von 106.
Im Vorfeld vor dem großen Finale, spielten Webster und Barneveld untereinander den dritten Platz aus. Ersterer gewann das Match und sicherte sich somit einen Scheck über 60.000 Pfund, der ihm einen Platz unter den Top 32 der Order of Merit einbrachte.
Anschließend kam es zum großen Showdown, die Spannung in der Halle war zum Greifen nahe und die Stimmung war wie immer ausgezeichnet. Nach dem Einmarsch beider Darter, der inszeniert war wie der eines Boxers, konnte es endlich losgehen. Von Anfang an schenkten sich die beiden Konkurrenten nichts und Außenseiter Whitlock ärgerte „The Power“ mächtig und ging sogar mit 2-1 Sätzen in Führung. Es war ein erstklassiges Match der Beiden, indem jeder einmal das höchstmögliche Finish von 170 warf und einen Durchschnitt von über 100 spielte. Am Ende musste sich der kämpfende Australier jedoch der Erfahrung und Extraklasse von Phil Taylor geschlagen geben, der das Spiel mit 6-2 gewinnen konnte. Er sicherte sich damit das Preisgeld von 200.000 Pfund und durfte sich ein weiteres Mal unter den Klängen von Chase the Sun von den Zuschauermassen feiern lassen.
Ein weiteres Spektakel der WM 2010 war der 9-Darter von Raymand van Barneveld. Dieses perfekte Spiel ist sehr selten und wurde überhaupt erst zum zweiten Mal bei einer PDC Weltmeisterschaft erreicht. Barneveld kassierte dafür eine Prämie von umgerechnet knapp 28 000 Euro.
Autor: Captain_Hook
Abgelegt unter: Off-Topic / Sonstiger Sport

Ein sehr schöner Artikel!
Sachlich und informativ…und doch irgendwie auch für den Laien packend!
Ich schaue mir manchmal Dart im Fernsehen an…oder heißt es Darts?
Aber eigentlich nur wegen der Stimme: Onehundredandeightiiiiiiiii! =D